Campus Am Rupenhorn
 

Campus Am Rupenhorn

Der Campus am Rupenhorn, Sitz des Touro College Berlin, ist ein Gebäudekomplex am Rande des Stadtbezirks Charlottenburg mit Ausblick auf die Havel. Die bemerkenswerte Geschichte dieses Hauses ist zugleich ein Spiegelbild des Schicksals der Berliner Juden.

Die villenartige Anlage wurde ursprünglich für die Familie Lindemann von ihrem Freund, dem Architekten Bruno Paul entworfen und 1929/1930 erbaut. Heute wird das denkmalgeschützte Gebäude häufig von Architekturstudierenden aus aller Welt besucht.

1935 wurde das Haus am Rupenhorn zur Residenz des NS-Ministers Hanns Kerrl.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Bezirk Charlottenburg Teil des britischen Sektors. Im Jahre 1948 gründete die britische Militärregierung eine Jugendleiterschule im Haus am Rupenhorn. Dies war Teil eines Programms, mit dem amerikanische und britische Pädagogen zeitgemäße Unterrichtsmethoden sowie demokratische Bildungs-, Jugend- und Gemeinwesenarbeit in Nachkriegsdeutschland einführten. 1953 übernahm die Berliner Senatsverwaltung für Jugend das Haus. Für ein halbes Jahrhundert war die Villa eine Stätte für die Entwicklung von Methoden der Jugendarbeit und die Förderung internationaler Begegnung mit den Schwerpunkten Demokratie und interkulturelles Verständnis.

Die Bildungsstätte der Senatsverwaltung zog im Jahre 2003 aus und es begann die Suche nach einer neuen Aufgabe für das Haus am Rupenhorn, die auch einen Bezug zu seiner Geschichte haben sollte. Im Oktober 2003 hat das Touro College Berlin auf dem Campus am Rupenhorn seinen Lehrbetrieb aufgenommen. Mit der Wiederbelebung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur in Berlin und dies ganz im Sinne des 21. Jahrhunderts - in Verbindung mit den Vorzügen amerikanischer Bildungstradition und internationaler Verflechtungen – knüpft es in hervorragender Weise an die Geschichte des Hauses an.

Den Studenten, die die Tore am Rupenhorn durchqueren, bietet der Campus einen Rahmen, den nur wenige Hochschulen bieten können - ein wunderschönes architektonisches Denkmal, eingefasst von Gärten und Bäumen, in einem eleganten Wohnviertel unweit des Havelufers und doch nur 20 Minuten von der belebten City entfernt. Ein Ort also, an dem intensives Lernen und studentisches Leben aufeinander abgestimmt sind.