Master of Arts in Holocaust Communication and Tolerance Jewish Studies | Holocaust Studies
Master Studienprogramm
Das nationalsozialistische Regime hat die Verfolgung und spätere Ermordung von sechs Millionen europäischen Juden und Millionen anderer Menschen in der damaligen Hauptstadt Berlin entschieden. Hier war zwischen 1933 und 1945 die gesamte Maschinerie von Verfolgung, Folter, Deportation und Ermordung konzentriert. Von hier führten nationalsozialistische Politiker und SS Führer die Bücherverbrennung vom Mai 1933, die Nürnberger Gesetze 1935, den Novemberpogrom am 9. November 1938, den Angriff auf Polen am 1. September 1939 und die administrative Koordination der „Endlösung“ in der Wannseekonferenz vom Januar 1942 durch.
In Berlin und Umgebung, mit seinen damaligen Zentralen von Gestapo und Reichsicherheitshauptamt, agierten Heinrich Himmler, Reinhard Heydrich und Adolf Eichmann. Auf den Ruinen ihrer Entscheidungsorte befinden sich heute Erinnerungsstätten. Wenige Kilometer nördlich von Berlin liegt das ehemalige Konzentrationslager Sachsenhausen, auf dessen Gelände sich die Leitung für mehr als 20 Konzentrations- und Vernichtungslager im besetzten Europa befand. 20 km nördlich davon treffen wir auf das Konzentrationslager Ravensbrück, für verschleppte Frauen und Kinder eingerichtet; in ihm wurden zwischen 1939 und 1945 mehr als 130.000 Gefangene ermordet.
Berlin war aber war auch Ort mutiger Zivilcourage und des Widerstands gegen das Naziregime. Liselotte Herrmann zum Beispiel gab Informationen über das geheime Aufrüstungsprogramm der Nationalsozialisten weiter und wurde deswegen im Gefängnis Plötzensee in Berlin-Charlottenburg ermordet. Der Bürstenfabrikant Otto Weidt versteckte Jüdinnen und Juden, unter ihnen viele Blinde und schützte sie so vor der Deportation. Im Frühjahr 1943 protestierten nichtjüdische Frauen gegen die Deportation ihrer jüdischen Ehemänner in der Rosenstraße - teilweise erfolgreich. Claus von Stauffenberg plante hier sein Attentat auf Adolf Hitler; er und seine Mitstreiter wurden im Hof des Bendler-Blocks in Berlin erschossen - heute Gedenkstätte Deutscher Widerstand.
Im Rahmen unseres Studienprogramms Jewish Studies | Holocaust Studies werden Studierende diese Schauplätze des Naziterrors ebenso wie die des mutigen Widerstands und stiller Helden besuchen und darüber forschen. Zentrale Archive, nicht zuletzt das Deutsche Bundesarchiv, ebenso wie weitere Erinnerungsstätten befinden sich in Berlin. Das Gebäude, in dem 1942 die Wannseekonferenz tagte, ist heute eine Gedenkstätte. Die Topographie des Terrors liegt im Zentrum Berlins – auf den Ruinen der ehemaligen Hauptquartiere von Gestapo und SS; gleich daneben liegt das 2005 eröffnete Holocaust Denkmal in Sichtweite des Brandenburger Tores. Etwas südlich davon liegt das von Daniel Libeskind gebaute Jüdische Museum, das die vielfältige Geschichte der Juden in Deutschland und Europa, ihr furchtbares Ende und die Anfänge des Wiederaufbaus jüdischen Lebens sowie ein inzwischen vielfältiges jüdisches Gemeindeleben zeigt.
Mit dem Institut für Judaistik der Freien Universität Berlin besteht ein Kooperationsvertrag zu gegenseitigem Austausch, auch in der Lehre. Damit ist allen Studierenden am Touro College Berlin zugleich der Zugang zu den Bibliotheken der FU und dem Videoarchiv der Survivors of theShoah Visual History Foundation mit lebensgeschichtlichen Interviews von etwa 52.000 Opfern und Zeugen der Shoah eröffnet.